Volksbank Oberberg eG - "Das Spektakulärste ist die Kontinuität"

Die Volksbank Oberberg setzt ihren Wachstumskurs fort - Der Vorsitzende Ingo Stockhausen präsentierte neue Rekordwerte und eine Bilanzsumme von 3,5 Milliarden Euro - Angestrebte Fusion wirft Schatten voraus.

Wiehl, 7. Februar 2019

Einmal mehr konnte die Volksbank Oberberg eG bei der jährlichen Bilanzpressekonferenz herausragende Zahlen vorlegen. Dem Vorstandsvorsitzenden Ingo Stockhausen war es vergönnt, in allen wichtigen Bereichen von Wachstum zu sprechen. Die Bilanzsumme wuchs im Jahr 2018 auf 3,5 Milliarden Euro (+6,3 Prozent) an, die Kundeeinlagen stiegen auf 2,3 Milliarden Euro (+6,4 Prozent), die Kundenkredite vergrößerten sich auf 2,9 Milliarden Euro (+5 Prozent) und das betreute Kundenvolumen betrug am Stichtag 5,8 Milliarden Euro (+5,9 Prozent). „Das Spektakulärste ist die Kontinuität“, ließ sich Stockhausen für ein Jahr mit Rekordwerten nicht feiern, sondern verwies auf ein seit Jahren konstantes Wachstum.

Diese Entwicklung ist eng mit der anhaltenden guten Entwicklung der deutschen Wirtschaft seit 2010 verknüpft, aber die Rahmenbedingungen für Finanzinstitute ist alles andere als rosig. Der Welthandel verlor an Schwung, es mehrten sich geopolitische Risiken wie die US-Handelspolitik, ein reduziertes Wirtschaftswachstum der Schwellenländer oder aber die Gefahr eines ungeregelten Brexits. Hinzukommt das unverändert niedrige Niveau der Leitzinsen. Bei der Europäischen Zentralbank zahlt die Volksbank Oberberg 0,4 Prozent Strafzinsen für Einlagen. „Dennoch konnten wir uns erneut als verlässlicher Partner vor Ort und in der Region präsentieren und unsere Marktposition weiter ausbauen“, freute sich Stockhausen.

Bild: Nils Hühn --- Bei der Bilanzpressekonferenz konnte die Volksbank Oberberg eG wieder mit Rekordwerten glänzen. Dies freute den Vorstandsvorsitzenden Ingo Stockhausen (v.r.n.l.), Dr. Udo Meyer, Vorsitzender des Aufsichtsrates, Vorstandsmitglied Thomas Koop und Manfred Schneider, stellvertretender Vorstandsvorsitzender

Die gute betriebswirtschaftliche Verfassung der Bank, die in einem Rekord-Jahresüberschuss nach Steuern von 10,1 Millionen Euro mündet, führt Stockhausen auf mehrere Faktoren zurück. „Oftmals gehen wir gegen den Trend“, erwähnte der Vorstandsvorsitzende die Ausweitung der Öffnungszeiten und die weiteren Investitionen in die dezentrale Struktur mit den 30 Geschäftsstellen, um möglichst nah beim Kunden zu sein. Wichtigster Baustein seien dabei die 470 Mitarbeiter. „Wir brauchen ihren überdurchschnittlichen Einsatz und ihre fundierte Expertise, wenn es darum geht, unsere Bank wettbewerbs- und zukunftsfähig zu halten.“

Dazu gehören aber auch die Fusionsgespräche mit der VR-Bank Rhein-Sieg. „Wir sind der Überzeugung, dass zwei im Markt erfolgreiche Institute mit sicher unterschiedlichen Strukturen den künftigen Herausforderungen gemeinsam in insgesamt potentialreichen Geschäftsgebieten noch besser begegnen können“, sagte Stockhausen, der darauf hinwies, dass sich die gemeinsame Bank nach dem heutigen Geschäftsmodell der Volksbank Oberberg richten werde. Für die Kunden werde es keine spürbaren Veränderungen oder gar Nachteile geben. „Wir bleiben dezentral“, versprach Stockhausen und fügte hinzu: „Es wird keine fusionsbedingten Kündigungen geben.“ Die Banken-Hochzeit ist für Mitte 2020 geplant. Die Integration aller Mitarbeiter und Formung „einer Einheit“ benötige am meisten Zeit.

Bei all der betriebswirtschaftlichen Arbeit und strategischen Überlegungen sei es der Volksbank Oberberg wichtig, nachhaltig für die Region Verantwortung zu übernehmen. Dies geschah 2018 beispielsweise mit der Förderung von Vereinen, Stiftungen und karitativen Einrichtungen in der Region mit über 400.000 €. Hinzukommen 2,7 Millionen Euro Dividende für die Mitglieder, die finanzielle Kraft aus Löhnen und Gehältern sowie Ertragssteuern. Unter anderem zahlte die Volksbank Oberberg fünf Millionen Euro Gewerbesteuern an die hiesigen Kommunen. In der Summe sind das 40 Millionen Euro. „Wir waren auch 2018 ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor in der Region“, meinte Stockhausen.

Die Bilanz 2018 in Zahlen

Bilanzsumme: 3,5 (2017: 3,3)

Kundeneinlagen: 2,3 (2,1)

Kundenkredite: 2,9 (2,7)

Betreutes Kundenvolumen: 5,8 (5,5)

Bilanzgewinn: 10,1 Millionen (9,7)

Cost-Income-Ratio: 58,0 Prozent (55,8 Prozent)

Mitglieder: 38.546 (+4,5 Prozent)

Dividende: 5 Prozent (5 Prozent)

Mitarbeiter: 470 (474)

Geschäftsstellen: 30 (30).

Wichtige Bestandsgrößen zum 31. Dezember 2018 in Milliarden Euro beziehungsweise Stück. In Klammern der Vorjahreswert.

 

Bild und Text von Nils Hühn, Oberberg Aktuell