Volksbank Oberberg eG: Bilanzpressekonferenz

Gegen den Trend legt die Volksbank Oberberg in fast allen Kennzahlen deutlich zu, will ihr Filialnetz eher noch ausbauen und Mitgliedern und Eigentümern eine Fünf-Prozent-Dividende zahlen.

Wiehl, 08. Februar 2017

Die Klagelieder sind bundesweit in der Regel dieselben: Man könne kaum noch gute Geschäfte machen, die Niedrigzinsphase verärgere Kunden, allenfalls im Immobiliengeschäft „gehe“ noch etwas. Und aus der Fläche zieht sich der eine oder andere Akteur im Bankengeschäft zudem klammheimlich zurück oder dünnt sein Filialnetz aus. Bei der Volksbank Oberberg ist alles anders. Erneut legte man 2016 ein Jahr der Rekordwerte hin, steigerte sich in allen Bereichen. Man habe sich gegen den allgemeinen Trend entwickelt, meinte Ingo Stockhausen, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Oberberg bei der heutigen Vorstellung der Bilanz und fügte mit gehörigem Understatement hinzu: „Unsere Marktposition hat sich verbessert.“

Davon kann man tatsächlich sprechen, denn die Zahlen eröffnen die wahren Bestwerte. Das betreute Kundenvolumen lag bei 5,2 Milliarden Euro, die Bilanzsumme überstieg die Drei-Milliarden-Marke. Die Zahl der Mitglieder der Volksbank Oberberg wuchs auf 35.154. Im Kreditgeschäft legte man um satte 8,6 Prozent zu und hat jetzt 2,6 Milliarden Euro Forderungen in den Büchern stehen. Zum guten Ergebnis trug vor allem der private Wohnungsbau wie auch die Zuversicht vieler Unternehmen bei, die angesichts guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiter in ihr Kerngeschäft investierten. Die guten Zahlen münden folgerichtig in eine positive Ertragslage. Der Jahresüberschuss übersteigt den Spitzenwert des Vorjahres mit 9,4 Millionen Euro nochmals. Freuen dürfen sich deshalb Mitglieder und Eigentümer der Bank, denn vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung Ende Mai soll es eine Dividendenzahlung von satten fünf Prozent geben. Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung seien angesichts des positiven Verlaufs der vergangen Jahre kein Problem, verdeutlichte Stockhausen.

 

Aber wie kommt es, dass die Volksbank Oberberg so etwas wie das bekannte wehrhafte gallische Dorf darstellt – und vor Kraft kaum laufen kann? Es gebe nicht DAS Erfolgsrezept, bekennt Stockhausen, vielmehr die Ansammlung von einigen gewinnbringenden Umständen. Da seien zum einen die 468 Mitarbeiter, die nach Ansicht ihres Vorstandes einen herausragenden Job machen. „Bei uns rennt niemand über den Flur und sorgt sich um seinen Arbeitsplatz“, sagt der Volksbank-Chef. Hinzu komme neben der personellen auch eine Kontinuität in der Tiefe und Art der Kundenbetreuung. Nahezu alle Bankgeschäfte könnten in der Filiale vor Ort erledigt werden, niemand müsse in die Zentrale fahren. Und schließlich sei die Dezentralität Programm. Die 30 Filialen im gesamten Kreis würden auf Jahre erhalten, man werde sogar noch wachsen. „Wir folgen ganz bewusst nicht der Herde und wollen auch räumlich nah bei den Menschen sein“, ist Stockhausens Maxime. Sein Institut gewinne keine neuen Kunden hinzu, wenn man sich aus der Fläche verabschiede. Und schließlich verstehe man sich als Partner des Mittelstandes, verfüge insbesondere bei größeren Investitionen auch über das Know-how bei öffentlichen Förderprogrammen.

Die Volksbank Oberberg, die zu den 20 größten Genossenschaftsbanken in ganz Deutschland gehört, werde auch in diesem Jahr ihr Engagement im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich beibehalten, kündigte Stockhausen an. Er sieht sein Institut auch im Jahr 2017 gut aufgestellt, erwartet eine steigende Zahl von Kunden und Mitgliedern, beobachtet aber mit einer gewissen Sorge politische Unwägbarkeiten in Europa und Übersee. Niemand könne sagen, ob es nach einer Lockerung der Banken-Regulierung durch den amerikanischen Präsidenten Trump eine Zunahme von Risiko-Geschäften und die Gefahr neuer Crashs gebe.   

Bild und Text von Bernd Vorländer, Oberberg Aktuell