Corona-Kredithilfe

Finanzielle Engpässe überbrücken

Die Ausbreitung des Coronavirus stellt aktuell die Wirtschaft vor große Herausforderungen.

Auch der Mittelstand im Oberbergischen Kreis ist davon betroffen. Veranstaltungen müssen abgesagt werden, Lieferketten werden unterbrochen, aber auch den Umgang mit Krankmeldungen und Quarantänen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellt die Wirtschaft vor ungeplante Herausforderungen.

Wir unterstützen den Mittelstand unserer Region

Wir möchten unserem Mittelstand beratend, kompetent und unkompliziert zu Seite stehen und über die Möglichkeiten öffentlicher Mittel informieren, um für jeden seine individuelle Lösung zu finden.

Sprechen Sie Ihren Berater an!

Förderprogramme von Bund und Ländern

Folgende Förderprogramme von Bund und Ländern stehen Ihnen zur Verfügung:

Bundesweite Maßnahmen der KfW

Die staatliche KfW-Bankengruppe stellt ein Sonderprogramm bereit, um die Versorgung von Unternehmen, Selbstständigen und Freiberuflern mit Liquidität zu erleichtern.                   

Maßnahmen der Landesförderinstitute

Zusätzlich zum Sonderprogramm der KfW-Bankengruppe gibt es regionale Fördermaßnahmen. Die Landesförderinstitute erweitern aktuell ihre Programme.                                 

Maßnahmen der Bürgschaftsbanken

Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen können durch Ausfallbürgschaften besichert werden. Die Bürgschaftsbanken erhöhen die Bürgschaftsquoten und -obergrenzen.

Weitere Maßnahmen

Folgende Maßnahmen können Sie zusätzlich in Anspruch nehmen:

NRW-Soforthilfe für Kleinstunternehmen

Um den Schaden für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen in Folge der Corona-Krise abzufedern, hat der Bund ein Soforthilfeprogramm aufgelegt. Die Landesregierung hat beschlossen, das Angebot des Bundes 1:1 an die Zielgruppen weiterzureichen. Es können Zuschüsse von bis zu 25.000 EUR beantragt werden. Auf Wunsch kann eine Vorfinanzierung des Zuschusses über eine befristet erhöhte Betriebsmittelkreditlinie erfolgen. Bitte sprechen Sie hierzu ihren persönlichen Firmenkundenberater an.

Alle Informationen zu Voraussetzungen, Bedingungen und Verfahren der Antragstellung finden Sie unter dem angegebenen Link


Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Wenn Sie als Unternehmen aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie vorübergehend in finanzielle Schwierigkeiten geraten, können Sie Ihre Sozialversicherungsbeiträge für April stunden lassen. Der Aufschub soll Firmen in der aktuellen Notlage entlasten. Zuständig ist der für den Beitragseinzug zuständige Träger der gesetzlichen Krankenversicherung.

Stundung bereits gezahlter Beiträge: geht das?

Ist ein Widerruf des Lastschriftverfahrens zu diesem Fälligkeitstermin nicht möglich, kann der Sozialversicherungsbeitrag für den Monat unter Umständen dennoch gestundet werden. Wie bereits bezahlte Beiträge zurückerstattet werden können, ist bei der jeweils zuständigen Krankenkasse zu erfragen.

Diese Voraussetzungen müssen Sie erfüllen

Die Möglichkeit zur Stundung von Sozialversicherungsversicherungsbeiträgen ist in § 76 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB IV geregelt. Demnach kann ein Unternehmen seine Beiträge nur dann aufschieben, wenn es in Folge der Corona-Pandemie in finanzielle Engpässe geraten ist und die sofortige Einziehung der Beiträge für die Firma mit besonderer Härte verbunden wäre. Die Bundesregierung schreibt zudem vor, dass vor Inanspruchnahme der Stundung grundsätzlich alle Hilfsmaßnahmen und -vorkehrungen ausgeschöpft sein müssen.

Wichtig: Ob Ihnen eine Beitragsstundung zusteht, entscheidet die zuständige Krankenkasse nach pflichtgemäßem Ermessen.

Jetzt vereinfachtes Antragsverfahren zur schnellen Unterstützung nutzen

Da die betroffenen Unternehmen schnellstmöglich Hilfe benötigen, kann der Antrag formlos gestellt werden. Das Beilegen von Nachweisen zu bereits erhaltenen Hilfsmaßnahmen ist bei der Antragstellung somit nicht erforderlich. Es reicht aus, wenn Sie Ihrer Krankenkasse unter Bezugnahme auf § 76 SGB IV glaubhaft erklären können, dass sich Ihr Unternehmen trotz Inanspruchnahme der Unterstützungsmaßnahmen des Bundes und der Länder durch die Pandemie in einem ernsthaften Liquiditätsengpass befindet. Steht die Bewilligung einiger Hilfsmaßnahmen noch aus, ist zusätzlich zu erklären, dass entsprechende Maßnahmen beantragt wurden.

Mustervorlagen für Ihren Antrag erhalten Sie unter anderem bei Ihrer IHK vor Ort. 

Ein Aufschub der Beiträge für den Monat April kann bis zum 27. April beantragt werden.


Steuerstundung

Das Bundesfinanzministerium und die Landesfinanzministerien haben steuerliche Maßnahmen beschlossen, um Unternehmen in der aktuellen Notlage finanziell zu entlasten und ihre Liquidität zu verbessern. Zu den steuerlichen Hilfsmaßnahmen zählen eine mögliche Stundung von Steuerzahlungen, die Herabsetzung von Vorauszahlungen sowie das Aussetzen von Vollstreckungsmaßnahmen.

Weitere steuerliche Hilfsmaßnahmen

Auch die Höhe der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer kann aufgrund der Corona-Pandemie angepasst werden. Wenn die Einkünfte von Unternehmen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer ausfallen als geplant, kann die Herabsetzung der Steuervorauszahlungen beantragt werden. Des Weiteren soll auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden – Einkommen-, Körperschaftsteuer und Umsatzsteuer – bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet werden. Unternehmen können zudem Säumniszuschläge, die in dieser Zeit gesetzlich anfallen, erlassen werden. Vorausgesetzt, der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung ist unmittelbar von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen.

So stellen Unternehmen einen Antrag

Um eine Stundung von Steuerzahlungen und die Anpassung von Vorauszahlungen in Anspruch zu nehmen, müssen Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler einen Antrag beim zuständigen Finanzamt stellen. Bei Antrag auf Stundung von Steuern beziehungsweise Anträgen auf Anpassung der Steuervorauszahlungen müssen Unternehmen lediglich belegen, dass sie unmittelbar von der Corona-Pandemie betroffen sind. Eine detaillierte Auflistung über die Höhe der entstandenen Schäden im Einzelnen ist nicht notwendig.

Der Antrag muss bis zum 31. Dezember 2020 erfolgen.


Kurzarbeitergeld

Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket geschnürt, um Unternehmen in der Corona-Krise finanziell zu unterstützen. Dazu gehört auch die Flexibilisierung der Kurzarbeit. Die Zugangsvoraussetzungen für das Kurzarbeitergeld sollen so bis zum 31. Dezember 2020 erleichtert werden, um Arbeitnehmer vor einer drohenden Kündigung zu bewahren.  

So wird Ihnen die Beantragung von Kurzarbeitergeld erleichtert

Die Flexibilisierung der Kurzarbeit soll die Liquidität Ihres Unternehmens schützen und dazu beitragen, betriebsbedingte Kündigungen aufgrund der Corona-Pandemie zu verringern beziehungsweise zu verhindern.

Das Kurzarbeitergeld muss vom Arbeitgeber beantragt werden und kann nun zu verbesserten Bedingungen in Anspruch genommen werden. So müssen nur noch zehn Prozent der Beschäftigten in einem Betrieb von Arbeitsausfall betroffen sein, die Sozialversicherungsbeiträge werden voll übernommen und auch Leiharbeit wird in die Regelung einbezogen.

Neue Regelung vereinfacht den Antrag

Sie können nun aufgrund der gesetzlichen Anpassungen leichter Kurzarbeitergeld beantragen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt, dass Unternehmen nun Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben, wenn mindestens zehn Prozent der Arbeitnehmer einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als zehn Prozent haben. Dieser lag vorher bei einem Drittel der Belegschaft. Zudem erstattet die Agentur für Arbeit Ihnen die Sozialversicherungsbeiträge vollständig. Auch Leiharbeitnehmer haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

In Unternehmen, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden verzichtet. Kurzarbeitergeld erhalten jedoch nur versicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer, die bereits in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Für Arbeitnehmer, die im Rahmen eines Minijobs angestellt sind, können Sie keine Kurzarbeit beantragen.

So beantragen Sie Kurzarbeitergeld

Wenn Sie Kurzarbeitergeld beantragen möchten, müssen Sie dies zuvor den betroffenen Arbeitnehmern ankündigen. Hier bedarf es einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat oder alternativ einer Zustimmung aller von Kurzarbeit betroffenen Beschäftigten. Beachten Sie, dass Sie gegebenenfalls notwendige tarifliche Ansprüche wie Ankündigungsfristen einhalten. Im Anschluss können Sie den Antrag bei der Agentur für Arbeit an Ihrem Betriebssitz stellen. Diese prüft, ob das Kurzarbeitergeld bewilligt werden kann.

Höhe des Kurzarbeitergelds

Das Kurzarbeitergeld wird nach dem Netto-Entgeltausfall berechnet. Arbeitnehmer, die in Kurzarbeit sind, bekommen grundsätzlich 60 Prozent des pauschalierten Nettoentgelts. Wenn mindestens ein Kind mit im Haushalt lebt, liegt das Kurzarbeitergeld bei 67 Prozent des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts. Das Kurzarbeitergeld kann maximal zwölf Monate lang von Ihren Mitarbeitern bezogen werden.


Wirtschaftsstabilisierungsfonds

Hilfe für große und renommierte Betriebe

Der Rettungsschirm ist vor allem für große und bisher solvente Unternehmen gedacht, die durch die Corona-Krise ohne eigenes Verschulden mit Liquiditätsengpässen zu kämpfen haben. Ziel des Wirtschaftsstabilisierungsfonds ist es, Betriebe zu unterstützen, die für die Infrastruktur der Wirtschaft wichtig sind. Auf diese Weise sollen die betreffenden Unternehmen wettbewerbsfähig und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds ergänzt die bereits geplanten Sonderprogramme der KfW.

Häufige Fragen
Wie kann ich die Förderung beantragen?

Die Anträge für die Sonderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Fördermaßnahmen der Länderförderinstitute können ab sofort bei Ihrer Volksbank Oberberg eG gestellt werden. Voraussetzung ist, dass Ihr Unternehmen bis zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten war. Informationen zum Antrag bei den Bürgschaftsbanken erhalten Sie ebenfalls von Ihrer Volksbank Oberberg eG.

Wer kann die Hilfe beantragen?

Unternehmen, Konzerne, Selbstständige und Freiberufler können die Unterstützungsleistungen und Förderprogramme in Anspruch nehmen. Dabei unterscheiden sich die Programme jeweils für junge und etablierte Unternehmen.

Wer kann mich zu den Fördermaßnahmen beraten?

Ihre persönlichen Firmenkundenberater stehen Ihnen für alle Fragen zur Verfügung. Sie besprechen mit Ihnen die weitere Vorgehensweise bei Beantragung der Fördermaßnahmen.